Eine aktuelle Studie aus Ourense, Spanien – einer Region mit einer der höchsten Konzentrationen an Hundertjährigen in Europa – hat ein charakteristisches Lebensstilmuster identifiziert, das mit extremer Langlebigkeit verbunden ist. Vergessen Sie restriktive Diäten und Fitnessstudio-Obsessionen: Der Schlüssel liegt in einer jahrhundertealten Lebensweise, die sich auf frische Lebensmittel, starke Bindungen zur Gemeinschaft und eine tiefe Verbindung zur Natur konzentriert. Dabei geht es nicht nur darum, was Menschen essen, sondern auch darum, wie sie leben.
Die südeuropäische Atlantik-Diät (SEAD)
Die Ernährung ähnelt dem mediterranen Muster, weist jedoch lokale Besonderheiten auf und legt Wert auf vollwertige, unverarbeitete Lebensmittel. Die Hundertjährigen von Ourense konsumieren hauptsächlich:
- Blattgemüse: Besonders Kohlgemüse wie Rüben, Kohl und Brokkoli.
- Hülsenfrüchte: Linsen und Saubohnen sind Grundnahrungsmittel.
- Früchte: Oft frisch gepflückt.
- Kartoffeln und Vollkornbrot.
- Fermentierte Milchprodukte: Milch und Hüttenkäse spielen eine Rolle.
- Fettiger Fisch: Sardinen und Makrelen sind weit verbreitet.
- Olivenöl.
- Mäßige Mengen an rotem Fleisch und Schweinefleisch.
Entscheidend ist, dass zugesetzter Zucker und hochverarbeitete Lebensmittel minimal sind. Alkoholkonsum ist selten, gelegentlich gibt es kleine Portionen Rotwein oder Kräuterliköre. Die Mahlzeiten sind einfach, saisonal und oft hausgemacht, wobei viele ihre Lebensmittel selbst anbauen oder mit Nachbarn handeln.
Warum es funktioniert: Über das Essen hinaus
Bei der Ourense-Diät geht es nicht um magische Zutaten, sondern um Synergien. Die häufige Einnahme von Kohlgrün liefert Sulforaphane (entzündungshemmende und krebshemmende Verbindungen). Hülsenfrüchte stabilisieren den Blutzucker und unterstützen die Darmgesundheit. Omega-3-reicher Fisch schützt das Herz. Der niedrige Natrium- und Zuckergehalt verringert mit der Zeit das Risiko von Bluthochdruck und Insulinresistenz. Der Verzicht auf Zusatzstoffe in selbstgemachten Mahlzeiten unterstützt die Langlebigkeit zusätzlich.
Die Studie ergab, dass über 80 % der Hundertjährigen trotz ihres Alters einen gesunden Blutzuckerspiegel hatten und 75 % keine Cholesterinprobleme hatten. Dies deutet darauf hin, dass die Diät einen erheblichen langfristigen Stoffwechselvorteil hat.
Der umfassendere Lebensstil: Bewegung, Gemeinschaft und langsames Leben
Eine Diät allein reicht nicht aus. Die Hundertjährigen von Ourense lebten bis ins hohe Alter ein aktives Leben und gingen oft körperlich anstrengenden Arbeiten nach – Gartenarbeit, Landwirtschaft und das Navigieren durch hügeliges Gelände zu Fuß. Diese natürliche Bewegung hielt sie stark, ohne dass formelle Übungen erforderlich waren.
Starke Bindungen zur Gemeinschaft waren ebenfalls von entscheidender Bedeutung. Fast alle Teilnehmer berichteten von engen Beziehungen zu Familie und Nachbarn und der Teilnahme an gemeinsamen Mahlzeiten, Feiern und saisonalen Ritualen. Diese soziale Verbindung sorgte für emotionale Unterstützung, Identität und verringerte das Risiko eines kognitiven Verfalls.
Endlich lebten sie ein langsames Leben, frei von digitaler Überwältigung. Ihre Tage waren von natürlichen Rhythmen geprägt – Sonnenaufgang, Essenszeiten, Jahreszeiten und spirituellen Bräuchen – und kultivierten Präsenz, Zielstrebigkeit und Frieden.
Das Essen zum Mitnehmen
Sie müssen nicht nach Spanien ziehen, um davon zu profitieren. Priorisieren Sie echtes Essen, werden Sie im Alltag aktiv (Gartenarbeit, Spazierengehen), investieren Sie in Beziehungen und gehen Sie langsamer vor. Bei Langlebigkeit geht es nicht um Perfektion, sondern um Beständigkeit, Einfachheit und Verbindung. Der Weg zu einem längeren Leben beginnt damit, heute bewusster, freudvoller und gemeinschaftlicher zu leben.

























