Yohimbe: Risiken, Vorteile und was Sie wissen müssen

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Yohimbe wird aus der Rinde eines in Afrika beheimateten immergrünen Baumes gewonnen und wird seit langem traditionell bei verschiedenen Krankheiten eingesetzt. Heutzutage ist es im Westen vor allem als Nahrungsergänzungsmittel zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) und in geringerem Maße zur sportlichen Leistungssteigerung bekannt. Allerdings birgt seine Verwendung erhebliche Risiken und regulatorische Bedenken.

Yohimbes Wirkung verstehen

Der Hauptwirkstoff Yohimbin wirkt stimulierend und beeinflusst die Durchblutung. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass es die ED-Symptome verbessern kann, indem es die Durchblutung des Penis erhöht, insbesondere in Kombination mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln wie L-Arginin. Allerdings werden diese Vorteile oft überbewertet und die potenziellen Gefahren überwiegen häufig die Vorteile.

Neue Studien deuten auch auf sportliche Leistungsvorteile hin, die möglicherweise die Ermüdung durch die Steigerung der Energie und des Kreislaufs verringern. Dieser Effekt wird jedoch noch untersucht und sollte mit Vorsicht angegangen werden.

Ernsthafte Risiken und Nebenwirkungen

Yohimbe weist ein hohes Risikoprofil auf. Es wurde mit schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen wie Herzinfarkten, Krampfanfällen und gefährlichen Blutdruckspitzen in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund haben viele Länder den Verkauf als Nahrungsergänzungsmittel verboten oder eingeschränkt.

Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören:

  • Übelkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Angst
  • Schneller Herzschlag
  • Magenprobleme

Überdosierungen können zu Hypotonie, Zittern, Verwirrtheit, Lähmungen, Koma und sogar zum Tod führen. Das Fehlen standardisierter Dosierungen und die inkonsistente Produktkennzeichnung verschärfen diese Risiken.

Regulatorische Probleme und Dosierungsbedenken

Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) reguliert pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel nicht wirksam. Das bedeutet, dass Produkte häufig falsche Dosierungen oder nicht genannte Inhaltsstoffe enthalten. Tests von Drittanbietern von Organisationen wie ConsumerLab, NSF International und U.S. Pharmacopeia können die Genauigkeit der Etiketten überprüfen, garantieren jedoch keine Sicherheit.

Die Dosierungsempfehlungen variieren stark und reichen von 5–10 mg dreimal täglich bis zu therapeutischen Dosen von 50–300 ng/ml. Es kann sich schnell eine Toleranz entwickeln, sodass für die gleiche Wirkung höhere Dosen erforderlich sind, was das Risiko weiter erhöht.

Wechselwirkungen und Kontraindikationen

Yohimbe interagiert gefährlich mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern), die bei Depressionen eingesetzt werden. Es kann auch die Blutdruckkontrolle bei Personen verschlechtern, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen. Schwangere oder stillende Personen und Kinder sollten Yohimbe niemals einnehmen.

Das Fazit

Yohimbe ist ein risikoreiches Nahrungsergänzungsmittel mit begrenztem nachgewiesenem Nutzen. Während es bei erektiler Dysfunktion oder sportlicher Leistung eine gewisse Linderung bringen kann, ist es für die meisten Anwender aufgrund der Möglichkeit schwerwiegender Nebenwirkungen, einer inkonsistenten Produktqualität und gesetzlicher Schlupflöcher eine gefährliche Option. Wenn Sie Yohimbe in Betracht ziehen, konsultieren Sie zunächst einen qualifizierten Arzt und seien Sie sich der damit verbundenen Risiken voll bewusst.