Intermittierendes Fasten (IF) – der Wechsel zwischen Essens- und freiwilligem Fasten – erfreut sich aus verschiedenen gesundheitlichen Gründen zunehmender Beliebtheit. Aber was ist mit Menschen, die an Colitis ulcerosa (UC), einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, leiden? Die Frage ist nicht einfach. Während einige Patienten mit Colitis ulcerosa von einer Linderung der Symptome durch IF berichten, betonen Experten, dass es sich nicht um ein Heilmittel handelt und Risiken birgt.
Warum Menschen mit UC intermittierendes Fasten in Betracht ziehen
Viele Menschen mit UC erforschen IF in der Hoffnung, Verdauungsstress, Schmerzen und häufigen Stuhlgang zu reduzieren. Die Idee ist, dass eine Pause des Darms von der ständigen Verdauung Entzündungen lindern könnte. Allerdings basiert dies größtenteils auf anekdotischen Beweisen, und die Wissenschaft befindet sich noch in der Entwicklung.
Was Experten sagen: Keine Einheitslösung
Gastroenterologen wie Dr. Priya Sehgal von der Thomas Jefferson University betonen, dass IF CU nicht heilen kann und die Standardbehandlung nicht ersetzen sollte. Es könnte einer Untergruppe von Patienten helfen, ist aber nicht universell wirksam.
Risiken des intermittierenden Fastens für UC-Patienten
Bevor Sie IF ausprobieren, sollten Sie sich über die möglichen Nachteile im Klaren sein:
- Nährstoffmangel: Längeres Fasten kann zu Unterernährung führen, was insbesondere bei CU problematisch ist, wo die richtige Ernährung von entscheidender Bedeutung ist.
- Essstörungen: Menschen mit IBD haben bereits ein höheres Risiko für ungesunde Essgewohnheiten; Die Einschränkung von IF könnte Essattacken auslösen.
- Medikamentenprobleme: Die Einnahme von Steroiden auf nüchternen Magen kann zu Reizungen führen.
- Dehydrierung: UC-Schübe gehen oft mit schwerem Durchfall einher und Fasten erhöht das Risiko einer Dehydrierung.
Wer könnte (und sollte) intermittierendes Fasten ausprobieren?
Vermeiden Sie IF, wenn:
- Sie befinden sich in einem aktiven UC-Flare.
- Sie nehmen Steroide.
- Sie haben bestehende Nährstoffdefizite.
- Ihr BMI liegt unter 20.
Erwägen Sie IF nur, wenn:
- Ihr UC ist stabil.
- Sie haben auch ein metabolisches Syndrom (Bluthochdruck, Blutzucker usw.).
- Ihr Gastroenterologe oder ein auf IBD spezialisierter Ernährungsberater hat es genehmigt.
IF und metabolisches Syndrom: Ein potenzieller Nutzen
Für UC-Patienten, die auch mit dem metabolischen Syndrom zu kämpfen haben, kann IF indirekt helfen. Gewichtsverlust, insbesondere die Reduzierung von Bauchfett, kann systemische Entzündungen verringern. Auch wenn dadurch die UC nicht direkt behoben wird, könnte eine Reduzierung der Gesamtentzündung die Symptome lindern.
Forschungsergebnisse: Gemischte Ergebnisse
Eine Studie während des Ramadan ergab, dass das Fasten bei vielen Teilnehmern die UC-Symptome verschlimmerte. Bei den über 30-Jährigen mit einem höheren Ausgangswert der Entzündung war der größte Rückgang zu verzeichnen. Allerdings stiegen die Entzündungsmarker selbst nach dem Fasten nicht unbedingt an. Dies deutet darauf hin, dass IF die Symptomwahrnehmung stärker beeinflusst als die zugrunde liegende Entzündung direkt.
Alternativen zum intermittierenden Fasten
Wenn IF nicht das Richtige für Sie ist, denken Sie über Folgendes nach:
- Mediterrane Ernährung: Bietet wichtige Nährstoffe in leicht verdaulicher Form.
- GLP-1-Medikamente: Wenn Sie an einem metabolischen Syndrom leiden, können diese eine schnellere entzündungshemmende Wirkung haben als IF.
So testen Sie IF sicher (sofern genehmigt)
Wenn Ihr Arzt es zulässt, beginnen Sie langsam:
- Kürzere Fastenfenster: Beginnen Sie mit 12–14 Stunden Fasten, nicht mit aggressiven 16/8-Zeitplänen.
- Lebensmittelqualität ist wichtig: Konzentrieren Sie sich auf frische, unverarbeitete Lebensmittel.
- Bleiben Sie ausreichend Flüssigkeit: Trinken Sie viel Wasser.
Das Fazit
Intermittierendes Fasten ist keine garantierte Lösung für UC. Es ist ein Hilfsmittel, das einigen Patienten mit stabiler Erkrankung und metabolischem Syndrom könnte von Nutzen sein, aber es ist nicht ohne Risiken. Konsultieren Sie immer einen Arzt, bevor Sie Ihre Ernährung umstellen, insbesondere wenn Sie an einer chronischen Erkrankung wie Colitis ulcerosa leiden.
























