Die Bestätigung von Casey Means als Generalchirurg steht vor Ungewissheit

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Die Ernennung des Wellness-Influencers Casey Means zum nächsten US-Chirurgengeneral stößt nach einer umstrittenen Anhörung letzte Woche auf Widerstand im Senat. Trotz der Unterstützung des ehemaligen Präsidenten Trump hat Means‘ zweideutige Haltung zu wichtigen Fragen der öffentlichen Gesundheit, insbesondere zu Impfstoffen, einige republikanische Senatoren unentschlossen gelassen.

Der Kern des Problems: Der Hintergrund von Means unterscheidet sich erheblich von dem früherer Surgeon Generals. Da sie ihre Assistenzzeit schon vor Jahren aufgegeben hat, fehlen ihr die Zulassung als Facharzt und eine aktive ärztliche Zulassung. Ihren Aufstieg zur Berühmtheit verdankt sie der Make America Healthy Again (MAHA)-Bewegung, in der sie eine lautstarke Kritikerin der Schulmedizin und der Pharmaindustrie war.

Die kontroversen Ansichten von Means

Während der Anhörung betonte Means die Bekämpfung der „Grundursachen chronischer Krankheiten“ und bezeichnete das derzeitige Gesundheitssystem als ineffektiv. Ihre Antworten auf bestimmte Richtlinien waren jedoch ausweichend. Als sie zu Impfungen befragt wurde, erklärte sie: „Jeder Mensch muss mit seinem Arzt sprechen, bevor er seinem Körper ein Medikament verabreicht“, und vermied damit eine direkte Befürwortung von Impfungen.

Means äußerte sich auch skeptisch gegenüber pharmazeutischen Eingriffen, stellte den übermäßigen Einsatz hormoneller Verhütungsmittel in Frage und kritisierte die Umweltauswirkungen von Pestiziden wie Glyphosat. Sie hat öffentlich angedeutet, dass der aktuelle Impfplan der Gesundheit von Kindern schaden könnte, obwohl sie behauptet, den wissenschaftlichen Konsens gegen einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus zu „akzeptieren“.

Ein einzigartiger Hintergrund

Der Karriereweg von Means ist für einen Kandidaten für den Generalchirurgen unkonventionell. Nach ihrem Abschluss an der Stanford Medical School absolvierte sie eine Ausbildung in Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie, verließ jedoch ihre Assistenzzeit, um sich einer ganzheitlichen Gesundheit zu widmen. Sie gründete Means Health, eine Praxis für funktionelle Medizin, die später geschlossen wurde, und war Mitbegründerin von Levels, einem Unternehmen, das kontinuierliche Glukosemessgeräte an Nicht-Diabetiker vermarktet.

Außerdem hat sie seit 2024 eine Entschädigung in Höhe von mindestens 325.000 US-Dollar für die Förderung von Nahrungsergänzungsmitteln erhalten, was bei einigen Senatoren Bedenken hinsichtlich Interessenkonflikten hervorgerufen hat.

Die Rolle des Generalchirurgen

Der Surgeon General kommuniziert Informationen zur öffentlichen Gesundheit und leitet das U.S. Public Health Service Commissioned Corps. Dem Amt fehlt jedoch die direkte Regulierungsbefugnis, da der größte Teil der politischen Entscheidungsbefugnis beim Ministerium für Gesundheit und menschliche Dienste liegt.

Trotzdem könnte Means‘ bestehende öffentliche Anhängerschaft und Beziehung zu Robert F. Kennedy Jr. ihr erheblichen Einfluss verleihen, wenn sie bestätigt wird. Ihr Eintreten für alternative Gesundheitsansätze könnte etablierte Richtlinien für die öffentliche Gesundheit stören und konventionelle medizinische Praktiken in Frage stellen.

Fazit: Der Weg von Casey Means zur Bestätigung bleibt ungewiss, da ihre kontroversen Standpunkte und ihr unkonventioneller Hintergrund die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die Entscheidung des Senats wird darüber entscheiden, ob sich der nächste Generalchirurg dem allgemeinen medizinischen Konsens anschließen oder sich für eine radikalere Überarbeitung der öffentlichen Gesundheitsbotschaften einsetzen wird.