Die Mastektomie, die chirurgische Entfernung von Brustgewebe, bleibt eine wichtige Behandlung zur Vorbeugung und Bekämpfung von Brustkrebs. In den Vereinigten Staaten unterziehen sich jedes Jahr über 100.000 Frauen irgendeiner Form einer Mastektomie. Während das Verfahren zunehmend verfeinert wird, schüren anhaltende Missverständnisse weiterhin Ängste und Fehlinformationen.
Wenn bei Ihnen Brustkrebs diagnostiziert wurde, empfiehlt Ihr Arzt möglicherweise eine Mastektomie neben Behandlungen wie Bestrahlung oder Chemotherapie. Bei Frauen mit hohem genetischem Risiko – beispielsweise Trägerinnen von BRCA1- oder BRCA2-Mutationen – kann eine Doppelmastektomie die Krebsentstehung um bis zu 95 % reduzieren. Allerdings haben historische Praktiken und sich entwickelndes Verständnis Mythen hervorgebracht, die angegangen werden müssen.
Mythos 1: Bei Brustkrebs ist eine Mastektomie immer notwendig
Frühe chirurgische Ansätze, die im 18. Jahrhundert von Dr. William Halsted entwickelt wurden, plädierten für radikale Mastektomien, bei denen ganze Brüste * und * Brustmuskeln entfernt wurden. Dieser aggressive Ansatz prägte die Wahrnehmung über Jahrzehnte. Heute erkennen Experten an, dass eine Lumpektomie – bei der nur das Krebsgewebe und ein kleiner Rand entfernt werden – in Kombination mit modernen Behandlungen gleichermaßen wirksam ist.
„Eine größere Operation ist normalerweise nicht besser“, sagt Dr. Dana Henkel, Brustkrebschirurgin. Überlebensraten und Rezidivrisiken sind zwischen Lumpektomie und Mastektomie vergleichbar, sodass die Wahl patientenabhängig ist.
Mythos 2: Mastektomie garantiert Krebsentfernung
Während Mastektomien das Risiko eines erneuten Auftretens drastisch reduzieren, sind sie nicht narrensicher. Frühe Forschungsergebnisse deuteten auf eine nahezu vollständige Ausrottung hin, doch moderne Erkenntnisse gehen davon aus, dass mikroskopisch kleine Krebszellen zurückbleiben können.
„Es verbleibt ein kleines Risiko, meist unter der Haut oder entlang der Brustwand“, erklärt Dr. Monique Gary. Nachsorge und regelmäßige klinische Untersuchungen sind von entscheidender Bedeutung, da keine Operation alle potenziellen Krebszellen beseitigen kann.
Mythos 3: Mastektomie ruiniert die Lebensqualität
Die Entfernung von Brustgewebe weckt verständlicherweise Ängste hinsichtlich des langfristigen Wohlbefindens. Allerdings geht es vielen Frauen nach einer Mastektomie gut. Komplikationen wie Schmerzen, Schwellungen oder Taubheitsgefühl sind selten.
Auch emotionale Erholung ist möglich. Trauer, Angst oder Probleme mit dem Körperbild sind normal, aber Selbsthilfegruppen und Beratung können bei der Anpassung helfen. Dr. Gary stellt fest, dass ihre Patienten häufig zu einem aktiven Lebensstil zurückkehren: „Sie paddeln, trainieren intensiv und genießen Intimität.“ Für viele kann die Mastektomie eine Stärkung sein.
Mythos 4: Der Wiederaufbau muss sofort erfolgen
Der Zeitpunkt der Brustrekonstruktion variiert stark. Einige Chirurgen empfehlen die gleichzeitige Mastektomie und Rekonstruktion, während andere dazu raten, auf die Heilung zu warten. Die Ergebnisse sind ähnlich, obwohl die kosmetischen Ergebnisse bei einer sofortigen Rekonstruktion möglicherweise besser sind.
Immer häufiger entscheiden sich Patienten für den „Flachverschluss“ und verzichten gänzlich auf eine Rekonstruktion. „Manche möchten eine weitere Operation vermeiden, manche haben das Gefühl, dass ihre Brüste sie nicht definieren, und wieder andere finden die Freiheit, flach zu werden“, sagt Dr. Cletus Arciero. Die Entscheidung ist persönlich.
Mythos 5: Die Brustrekonstruktion ist rein kosmetischer Natur
Frühe Bedenken, dass der Wiederaufbau die Überlebensrate verschlechtern oder ein Wiederauftreten verschleiern könnte, wurden widerlegt. Moderne Forschungsergebnisse zeigen, dass die Rückfallquote bei Krebserkrankungen nach einer Rekonstruktion nicht erhöht ist.
Das US-Bundesgesetz schreibt vor, dass alle Versicherungspläne den Wiederaufbau nach einer medizinisch notwendigen Mastektomie abdecken. Viele Frauen entscheiden sich dafür, um ihr Körperbild zu verbessern, Prothesen zu vermeiden oder eine bessere Passform der Kleidung zu gewährleisten.
Mythos 6: Eine Mastektomie macht eine Chemotherapie überflüssig
Eine Mastektomie allein reicht nicht immer aus. Eine Chemotherapie hängt mehr von der Krebsart ab als ein chirurgischer Eingriff. Dreifach negativer und HER2-positiver Brustkrebs erfordert immer eine Chemotherapie. Bei hormonpositiven Krebserkrankungen sind Gentests erforderlich, um die geeignete Behandlung zu bestimmen.
Ein multidisziplinäres Team – Chirurg, Onkologe und Radioonkologe – führt Patienten zum besten Ansatz.
Mythos 7: Strahlung verhindert den Wiederaufbau
Eine Strahlentherapie kann Nebenwirkungen wie eine Verdickung der Haut und wunde Stellen hervorrufen, die den Wiederaufbau erschweren. Über den besten Ansatz sind sich Experten jedoch uneinig.
Wenn Strahlennebenwirkungen vorliegen, können alternative Rekonstruktionstechniken empfohlen werden. Wenn Sie die Optionen mit Ihrem Arzt besprechen, stellen Sie sicher, dass Sie die sicherste und effektivste Wahl treffen.
**Zusammenfassend lässt sich sagen, dass veraltete Vorstellungen über die Mastektomie unnötige Ängste geschürt haben. Die moderne Chirurgie bietet Optionen, die auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten sind, und die Rekonstruktion ist eine praktikable Option, die durch Recht und Forschung unterstützt wird. Befähigte Patienten können unter Anleitung von medizinischem Fachpersonal diesen Prozess souverän meistern.
