Eine Alzheimer-Diagnose muss nicht zwangsläufig soziale Isolation bedeuten. Tatsächlich ist es eine der effektivsten Möglichkeiten, den kognitiven Verfall zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern, mit anderen in Verbindung zu bleiben. Für Scott Berkheiser, einen 69-jährigen Ingenieur, bei dem aufgrund der Alzheimer-Krankheit eine leichte kognitive Beeinträchtigung diagnostiziert wurde, bedeutete die Aufrechterhaltung seines sozialen Lebens, andere zu suchen, die seine Erfahrungen verstanden. Er fand online einen Triathletenkollegen und nahm Kontakt zu seiner örtlichen Alzheimer-Vereinigung auf, was beweist, dass auch bei Gedächtnisverlust sinnvolle Verbindungen möglich sind.
Warum soziale Interaktion wichtig ist
Untersuchungen bestätigen, was viele bereits vermuten: Soziale Interaktion ist entscheidend für die Gesundheit des Gehirns. Richard Peter Catanzaro, MD, Lehrstuhlinhaber für Psychiatrie am Northern Westchester Hospital in Northwell, betont, dass „soziales Engagement und Aktivität wirklich unsere besten Abwehrmechanismen gegen den sich verschlimmernden kognitiven Verfall sind.“ Dabei geht es nicht nur darum, sich gut zu fühlen; Es geht darum, die Gehirnfunktion direkt zu schützen.
Die Vorteile liegen auf der Hand. Sozial aktiv zu bleiben trägt dazu bei, den kognitiven Verfall bei Menschen mit oder einem Risiko für die Alzheimer-Krankheit zu begrenzen. Regelmäßige soziale Interaktionen stimulieren das Gehirn und können das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen.
Bewältigung sozialer Herausforderungen nach der Diagnose
Die Diagnose Alzheimer ist oft überwältigend und die Angst vor sozialer Unbeholfenheit ist real. Menschen haben Angst, Namen zu vergessen, Probleme mit der Suche nach den richtigen Worten zu haben oder Gesprächen nicht folgen zu können. Der Schlüssel liegt darin, diese Ängste anzuerkennen und Strategien zu entwickeln, um mit ihnen umzugehen.
Elizabeth Edgerly, PhD, leitende Direktorin für Gemeinschaftsprogramme bei der Alzheimer’s Association, weist darauf hin, dass „Menschen Schwierigkeiten damit haben, ihre Diagnose und die Art und Weise, wie sie dabei vorgehen, mitzuteilen.“ Vielen ist der Verlust kognitiver Funktionen peinlich, aber es hilft nicht, so zu tun, als hätte sich nichts geändert.
Unterstützung aufbauen und Interaktionen anpassen
Ein effektiver Ansatz besteht darin, sich auf vertrauenswürdige Beziehungen zu stützen und offen mit Ihren Bedürfnissen umzugehen. Bitten Sie Freunde um Hilfe in sozialen Situationen: „Können Sie mich an die Namen Ihrer Kinder erinnern?“ oder „Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn ich ein paar wichtige Punkte aufschreibe?“
Haben Sie keine Angst, neue Kontakte zu suchen. Alzheimer-Selbsthilfegruppen bieten einen sicheren Raum, um Erfahrungen ohne Urteil auszutauschen. Die Alzheimer’s Association stellt sowohl eine App als auch ein Online-Forum zur Verfügung, um mit anderen mit der Krankheit lebenden Menschen in Kontakt zu treten. Auch die rund um die Uhr erreichbare Hotline (800-272-3900) ist eine wertvolle Ressource.
Praktische Strategien für sozialen Erfolg
Um gesellige Ausflüge angenehmer zu gestalten, wählen Sie eine Umgebung, die Stress minimiert. Laute, überfüllte Orte können überwältigend sein. Entscheiden Sie sich für ruhigere Umgebungen und beschränken Sie die Interaktionen auf jeweils wenige Personen.
Betreuer können eine entscheidende Rolle spielen, indem sie einspringen und unangenehme Momente überbrücken: „Oh, hier ist John, unser Nachbar von drei Türen weiter“, bevor Sie die Chance haben, mit dem Namen zu kämpfen.
Passen Sie die Aktivitäten an, die Ihnen Spaß machen. Wenn das Üben im Chor zu anspruchsvoll ist, veranstalten Sie stattdessen einen Karaoke-Abend zu Hause. Das Ziel besteht darin, Wege zu finden, engagiert zu bleiben, ohne Ihre kognitiven Fähigkeiten zu überfordern.
Wie Pflegekräfte helfen können
Familie und Freunde können gesellschaftliche Veranstaltungen erleichtern, indem sie Sie an bevorstehende Pläne erinnern, bei der Logistik helfen oder Transportmöglichkeiten bereitstellen. Sie können bei größeren Zusammenkünften auch ruhige Ecken ausfindig machen und Ihnen dabei helfen, eine Ausstiegsstrategie zu entwickeln, wenn Sie sich überfordert fühlen.
Das Fazit
Eine Alzheimer-Diagnose bedeutet nicht, dass man das soziale Leben aufgeben muss. Es bedeutet, sich an neue Herausforderungen anzupassen und Verbindungen zu priorisieren, die Freude und Unterstützung bringen. Indem sie sich auf ihre Lieben stützen, Selbsthilfegruppen beitreten und kreative Wege finden, sich zu engagieren, können Menschen mit Alzheimer ein erfülltes soziales Leben führen, auch wenn sich ihr Gedächtnis verändert.
„Nehmen Sie nichts als selbstverständlich hin und genießen Sie das Leben so gut Sie können“, rät Scott Berkheiser. „Jeder hat unterschiedliche Mittel, unterschiedliche Einschränkungen und unterschiedliche Probleme, aber genießen Sie die Zeit, die Ihnen bleibt.“
