Können Präbiotika bei Colitis ulcerosa helfen? Die aktuelle Wissenschaft

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Colitis ulcerosa (UC), eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, führt häufig dazu, dass Menschen nach diätetischen Maßnahmen wie Probiotika suchen. Ein weniger bekannter, aber potenziell wichtiger Faktor ist jedoch die Rolle von Präbiotika : Substanzen, die nützliche Darmbakterien ernähren. Während Probiotika lebende Organismen einführen, fördern Präbiotika die Mikroben, die bereits in Ihrem Verdauungssystem vorhanden sind. Diese Unterscheidung ist wichtig, da ein gesundes Darmmikrobiom zunehmend mit der Behandlung von UC-Symptomen zusammenhängt.

Das Darmmikrobiom und UC: Ein Ungleichgewicht

Der menschliche Darm enthält Billionen von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroben – zusammenfassend als Darmmikrobiom bekannt. Einige Bakterien wie Lactobacillus und Bifidobacterium gelten als nützlich, während andere bei übermäßigem Wachstum zu Entzündungen beitragen können. Menschen mit UC weisen häufig eine Dysbiose auf: ein Ungleichgewicht in dieser mikrobiellen Gemeinschaft. Dieses Ungleichgewicht kann Entzündungen verschlimmern und den Krankheitsverlauf beeinflussen.

Forscher untersuchen aktiv, wie die Manipulation des Mikrobioms – unter anderem durch Präbiotika – die Immunantwort des Darms regulieren und die Funktion der Darmbarriere verbessern könnte.

Wie Präbiotika wirken können

Menschen mit UC sind anfällig für Dysbiose, die zu einem Mangel an kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) führen kann. Diese von nützlichen Darmbakterien produzierten Verbindungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Kontrolle von Entzündungen im gesamten Körper. SCFAs steigern die Aktivität regulatorischer T-Zellen, die dabei helfen, proinflammatorische Immunreaktionen zu unterdrücken.

Präbiotika unterstützen das Wachstum der Bakterien, die SCFAs produzieren, und können so Entzündungen reduzieren. Die aktuelle Forschung zum direkten Einfluss von Präbiotika auf UC ist jedoch begrenzt und nicht schlüssig.

Forschungsergebnisse: Nicht schlüssig, aber vielversprechend

Mehrere Studien deuten auf potenzielle Vorteile von Präbiotika bei entzündlichen Darmerkrankungen hin, aber die Beweise sind nicht stark genug, um sie als Standardbehandlung für UC zu empfehlen. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass bestimmte Präbiotika vorteilhaft sein können, während andere – wie Inulin – in manchen Fällen sogar Entzündungen auslösen können.

Die Herausforderung liegt in der Variabilität der Studiendesigns, kleinen Stichprobengrößen und der häufigen Bewertung von Synbiotika (Kombinationen aus Probiotika und Präbiotika), was es schwierig macht, die Wirkungen von Präbiotika allein zu isolieren. Weitere gründliche Forschung ist erforderlich.

Nahrungsquellen für Präbiotika

Trotz der nicht schlüssigen Forschung zu UC gilt die Aufnahme präbiotikareicher Lebensmittel in Ihre Ernährung im Allgemeinen als sicher und potenziell vorteilhaft für die allgemeine Darmgesundheit. Zu den wichtigsten Quellen gehören:

  • Inulin: Artischocken, Zichorienwurzel, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, Bananen, Spargel.
  • Fructooligosaccharide (FOS): Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Chicorée, Bananen.
  • Galaktooligosaccharide (GOS): Milchprodukte, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (Kichererbsen, Linsen).
  • Resistente Stärken: Gekochte und gekühlte Kartoffeln/Reis/Nudeln, grüne Bananen, Vollkornprodukte.
  • Polyphenole: Obst, Gemüse, Kräuter, Tees, Samen, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte.

Die meisten Amerikaner nehmen zu wenig Ballaststoffe zu sich (22–34 Gramm täglich), und Menschen mit IBD nehmen häufig sogar noch weniger zu sich. Um Nebenwirkungen wie Blähungen und Blähungen zu minimieren, wird die schrittweise Einführung von präbiotikareichen Lebensmitteln zusammen mit einer erhöhten Flüssigkeitsaufnahme empfohlen.

Das Fazit

Präbiotika können nützliche Darmbakterien nähren und möglicherweise Entzündungen bei UC reduzieren. Die aktuelle Forschung ist jedoch nicht schlüssig und unterstützt ihren Einsatz als endgültige Behandlung noch nicht. Die Einbeziehung präbiotikareicher Lebensmittel in Ihre Ernährung kann die Darmgesundheit unterstützen, es ist jedoch wichtig, dies mit Ihrem Arzt oder Ernährungsberater zu besprechen, insbesondere wenn Sie an UC leiden.

Weitere Studien sind erforderlich, um die optimalen Arten, Dosierungen und Wechselwirkungen mit vorhandenen UC-Medikamenten zu bestimmen.