Hypertrophe Kardiomyopathie und plötzlicher Herztod: Die Risiken verstehen

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Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist eine genetisch bedingte Herzerkrankung, die zu einer Verdickung des Herzmuskels führt, wodurch es für das Herz schwieriger wird, Blut effizient zu pumpen. Obwohl es beängstigend ist, bleibt der plötzliche Herztod (SCD) relativ selten, insbesondere mit modernen Behandlungsmethoden. In diesem Artikel werden die Risiken, Faktoren und Präventionsstrategien für Menschen mit HCM aufgeschlüsselt.

Wie HCM das Risiko eines plötzlichen Herztodes erhöht

HCM beeinflusst die Struktur und das elektrische System des Herzens. Die verdickten Herzwände können zu unregelmäßigen Herzrhythmen (Arrhythmien) führen, insbesondere zu ventrikulärer Tachykardie – einem schnellen, gefährlichen Herzschlag. In seltenen Fällen kann dies dazu führen, dass das Herz ganz zum Stillstand kommt und es zu einem plötzlichen Herztod kommt.

Im Gegensatz zu älteren Annahmen ist SCD nicht unbedingt mit körperlicher Betätigung verbunden. Jüngste Studien deuten darauf hin, dass es genauso wahrscheinlich in Ruhe oder bei leichter Aktivität auftritt. Das bedeutet, dass unabhängig vom Aktivitätsniveau Wachsamkeit geboten ist.

Risikofaktoren identifizieren

Die Vorhersage des SCD-Risikos bei HCM-Patienten ist komplex. Es gibt keinen einzelnen Faktor, der dies garantiert, aber Kardiologen bewerten mehrere Schlüsselindikatoren:

  • Herzstillstand in der Vorgeschichte: Frühere Episoden erhöhen das Risiko dramatisch.
  • Familiengeschichte: Ein Verwandter ersten Grades mit HCM, der plötzlich verstorben ist, gibt Anlass zu großer Sorge.
  • Alter: Personen unter 35 Jahren haben ein höheres Risiko.
  • Ohnmacht (Synkope): Unerklärliche Ohnmachtsanfälle können auf ein zugrunde liegendes elektrisches Problem hinweisen.
  • Herzdicke: Eine linke Herzkammer, die dicker als 30 Millimeter ist, gibt Anlass zur Sorge.
  • Ventrikuläre Tachykardie: Selbst kurze Episoden (nicht anhaltend) sind ein Warnzeichen.

Insbesondere korreliert die Schwere der Symptome (z. B. Kurzatmigkeit) nicht unbedingt mit dem SCD-Risiko. Lebensstilfaktoren wie Fettleibigkeit oder Inaktivität haben ebenfalls keinen direkten Einfluss auf das SCD-Risiko, wirken sich aber dennoch auf die allgemeine Herzgesundheit aus.

Bewertung Ihres Risikos: Die Rolle von Risikorechnern

Kardiologen verwenden eine Kombination aus Tests, Familienanamnese und klinischen Symptomen, um das SCD-Risiko einzuschätzen. Tools wie der Sudden Cardiac Death Risk Calculator der American Heart Association können dabei helfen, das Risiko über einen Zeitraum von fünf Jahren abzuschätzen.

Diese Rechner sollten jedoch von Profis verwendet werden. Selbstdiagnosen können irreführend sein, da sie nicht alle relevanten Faktoren erfassen.

Prävention: Die Kraft von ICDs

Die wirksamste Präventionsmethode für SCD bei HCM ist ein implantierbarer Kardioverter-Defibrillator (ICD). Diese Geräte überwachen den Herzrhythmus und geben einen Schock ab, um gefährliche Herzrhythmusstörungen zu korrigieren. Seit ihrer breiten Einführung Anfang der 2000er Jahre haben ICDs die SCD-Raten um das Zehnfache gesenkt.

Obwohl ICDs nicht ohne Risiken (z. B. Infektionen) sind, sind sie nach wie vor die einzige garantierte Möglichkeit, SCD zu verhindern.

Lebensstil und proaktive Pflege

Es ist wichtig, regelmäßig kardiologische Nachuntersuchungen durchzuführen, verschriebene Medikamente einzunehmen und eine Dehydrierung zu vermeiden. Die Annahme herzgesunder Gewohnheiten – mäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Vermeidung des Rauchens – verbessert die allgemeine Herzgesundheit, auch wenn dadurch das SCD-Risiko nicht direkt verringert wird.

Besondere Überlegungen für junge Menschen und Sportler

SCD ist besonders gefährlich für junge Menschen, insbesondere für Sportler, die sich ihrer Erkrankung nicht bewusst sind. Nicht diagnostiziertes HCM ist häufig die Ursache für plötzliche Todesfälle während des Trainings oder Wettkampfs.

Wenn Sie jung mit HCM sind oder Eltern eines Kindes mit HCM sind, konsultieren Sie einen Kardiologen. Speziell für pädiatrische Patienten stehen neue Tools zur Risikobewertung zur Verfügung.

Fazit

HCM kann das SCD-Risiko erhöhen, aber es bleibt selten. Mit angemessener medizinischer Überwachung, Risikobewertung und Interventionen wie ICDs können die meisten Patienten ein erfülltes, aktives Leben führen. Eine frühzeitige Diagnose, proaktive Pflege und fundierte Entscheidungen sind der Schlüssel zur effektiven Behandlung dieser Erkrankung.