Birger Ruud spielt nicht nur Spiele. Er hat die Regeln des Wintersports neu geschrieben. Er wurde 1911 in der norwegischen Silberbergbaustadt Kongsberg geboren und war der einzige Athlet in der Geschichte, der bei denselben Olympischen Spielen sowohl im Skispringen als auch im alpinen Skisport Medaillen gewann.
Seine Geschichte beginnt mit seinem jüngeren Bruder Sigmund. Die Ruud-Brüder dominierten in den 1930er Jahren das norwegische Skispringen. Sigmund hatte bereits 1927 die Weltmeisterschaft gewonnen und bei den Olympischen Winterspielen 1928 im schweizerischen St. Moritz die Silbermedaille gewonnen.
Birger konnte diesen Erfolg nicht nur erreichen. Er hat es in den Schatten gestellt.
Er gewann die Weltmeisterschaft 1931, 1935 und 1937. Außerdem gewann er in seinem Leben drei olympische Medaillen. Seine erste Goldmedaille gewann er bei den Olympischen Spielen 1932 in Lake Placid, New York. Ruud führte einen norwegischen Medaillengewinn im Skisprung-Wettbewerb auf der Normalschanze an. Es war eine dominante Leistung.
Vier Jahre später zog der Veranstaltungsort nach Garmisch-Partenkirchen, Deutschland.
Unter der Menge befand sich auch der deutsche Bundeskanzler Adolf Hitler, Ruud verfolgte nicht die Politik. Er beobachtete seinen Sprung. Er gewann eine weitere Goldmedaille und verteidigte seinen Titel auf der Normalschanze. Aber hier wird die Geschichte seltsam. Bei denselben Spielen gewann Rudd auch den Abfahrtswettbewerb.
Birger Ruud ist der einzige Athlet, der bei denselben Olympischen Spielen sowohl Skispringen als auch Abfahrt gewonnen hat.
Im Abfahrtswettbewerb 1936 wurden jedoch keine Medaillen vergeben. Erst 1948 begann das Internationale Olympische Komitee, Ausrüstung für die Veranstaltung zu verteilen. Luthers Sieg blieb bedeutsam, erscheint jedoch nicht in den offiziellen Dokumenten der Zeit.
Er war auch kurz davor, die Medaille in der alpinen Kombination zu gewinnen. Er belegte den 4. Platz. Nah genug, um das Metall zu schmecken, aber nicht nah genug, um es für sich zu beanspruchen.
Dann geschah der Zweite Weltkrieg. Die Olympischen Winterspiele 1940 und 1944 wurden abgesagt. Ruuds Wettkampfbeste geriet ins Stocken.
Als der Wettbewerb 1948 wieder aufgenommen wurde, sah ihn St. Moritz wieder. Diesmal sprang er nicht. Er arbeitete als Co-Trainer der norwegischen Skisprungmannschaft. In der Nacht vor dem Spiel verschlechterte sich das Wetter. Die Situation ist gefährlich. Junge Spieler können nicht mithalten.
Ruud trat ein.
Sechzehn Jahre nach seinen ersten Olympischen Spielen betrat er zum letzten Mal die Schanze. er gewann die Silbermedaille. Er zog sich nach Kongsberg zurück und starb 1998. Er hinterließ ein Erbe, mit dem kein anderer Skifahrer mithalten kann. Eine Kombination aus Geschwindigkeit und Flug. Zwei Disziplinen. Zwei Olympiasiege. Ein Mann.