Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPD) ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, die durch starke emotionale Instabilität, verzerrtes Selbstbild und impulsives Verhalten gekennzeichnet ist. Unbehandelt kann BPS das Leben einer Person tiefgreifend beeinträchtigen und zu chronischen Beziehungsproblemen, Rückschlägen in der Karriere, Selbstverletzung und einem erhöhten Selbstmordrisiko führen. Die Folgen von Untätigkeit sind zwar behandelbar, können jedoch schwerwiegend sein.
Die zentralen Herausforderungen einer unbehandelten Borderline-Persönlichkeitsstörung
BPS beruht auf Schwierigkeiten bei der Regulierung von Emotionen und der Aufrechterhaltung stabiler zwischenmenschlicher Beziehungen. Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung erleben oft eine „Schwarz-Weiß“-Weltanschauung, die schnell zwischen Idealisierung und Abwertung anderer wechselt. Diese Instabilität äußert sich in instabilen Beziehungen, Arbeitsplatzinstabilität und einem allgegenwärtigen Gefühl der Leere.
Warum es wichtig ist: BPD betrifft schätzungsweise 1,6 % der erwachsenen Bevölkerung, wobei Frauen häufiger diagnostiziert werden als Männer. Eine Vorgeschichte von Kindheitstrauma oder Vernachlässigung erhöht das Risiko erheblich, was darauf hindeutet, dass eine frühzeitige Intervention von entscheidender Bedeutung ist. Die Komplexität der Störung führt aufgrund sich überschneidender Symptome häufig zu einer Fehldiagnose als bipolare Störung, wodurch eine angemessene Behandlung verzögert wird.
Die Abwärtsspirale: Folgen im Laufe der Zeit
Ohne Intervention verschlimmern sich die BPS-Symptome mit der Zeit und es entsteht ein Kreislauf des Chaos.
Beziehungsturbulenzen
Menschen mit unbehandelter Borderline-Persönlichkeitsstörung haben Schwierigkeiten, gesunde Beziehungen aufrechtzuerhalten. Die Angst vor dem Verlassenwerden führt zu unberechenbarem Verhalten, einschließlich des Abbruchs des Kontakts zu geliebten Menschen, um einer Ablehnung zuvorzukommen. Dadurch entsteht eine sich selbst erfüllende Prophezeiung von Isolation und Konflikten, die zu häufigen Trennungen, Scheidungen und angespannten familiären Bindungen führt.
Karriereinstabilität
Impulsive Verhaltensweisen im Zusammenhang mit BPD – wie rücksichtsloses Ausgeben, Drogenmissbrauch oder emotionale Ausbrüche – führen häufig zum Verlust des Arbeitsplatzes. Die Unfähigkeit, mit Emotionen umzugehen, kann eine dauerhafte Beschäftigung nahezu unmöglich machen. Während einige Menschen mit BPS trotz der Diagnose gut funktionieren, erleben viele eine schwere Instabilität in ihrem Berufsleben.
Selbstzerstörerisches Verhalten
Selbstverletzungen, einschließlich Schnittverletzungen und Selbstmordgedanken, kommen bei Menschen mit unbehandelter Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) alarmierend häufig vor. Studien zeigen, dass bis zu 10 % der Menschen mit BPS durch Suizid sterben, eine deutlich höhere Rate als in der Allgemeinbevölkerung. Selbstverletzung dient oft als verzweifelter Versuch, mit überwältigendem emotionalem Schmerz umzugehen, was manchmal zu einer Krisenintervention und einer verspäteten Behandlung führt.
Rücksichtslose Impulsivität
Unbehandelte BPS können Menschen zu gefährlichen Verhaltensweisen wie Drogenmissbrauch, rücksichtslosem Fahren und wahllosen sexuellen Begegnungen führen. Diese Handlungen sind auf ein schlechtes Selbstbild und einen Mangel an Impulskontrolle zurückzuführen, was zu gesundheitlichen Folgen und weiterer Instabilität führt.
Der Weg zur Genesung: Die Behandlung funktioniert
Glücklicherweise ist BPD behandelbar. Als Goldstandard gilt die Psychotherapie, insbesondere die Dialektische Verhaltenstherapie (DBT). DBT vermittelt Fähigkeiten in Achtsamkeit, emotionaler Regulierung, Stresstoleranz und zwischenmenschlicher Effektivität. Medikamente können auch zur Behandlung gleichzeitig auftretender Erkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen eingesetzt werden.
Wichtige Erkenntnisse: Ungefähr drei Viertel der BPD-Patienten sprechen positiv auf die Behandlung an. Allerdings erfordert die Therapie Engagement – mindestens sechs Monate bis ein Jahr wöchentliche Sitzungen, Gruppentraining und Krisencoaching.
Das Fazit
Unbehandelte BPD ist ein Rezept für Instabilität. Ohne Intervention besteht für Personen mit dieser Störung ein hohes Risiko für das Scheitern von Beziehungen, den Zusammenbruch ihrer Karriere, Selbstverletzung und andere schwerwiegende Folgen. Aber die gute Nachricht ist, dass es wirksame Behandlungen gibt. Hilfe zu suchen ist nicht nur möglich – es ist oft lebensverändernd.

























